Warum das Mikrobiom des Gehirns der Schlüssel zur Heilung von Alzheimer sein könnte

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RUSSELL KIGHTLEY/SCIENCE FOTOBIBLIOTHEK

Es schien ein klassischer Fall der Alzheimer-Krankheit zu sein. Drei Jahre lang litt ein Mann in den Siebzigern unter einem schwerwiegenden kognitiven Verfall: Er vergaß häufig die Namen von Familienmitgliedern und war nicht mehr in der Lage, alleine Auto zu fahren oder das Haus zu verlassen. Eine weitere Verschlechterung schien unvermeidlich. Doch dann überprüften seine Ärzte eine Probe seiner Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und bemerkte einen Pilz namens Cryptococcus neoformans. Als sie ihm Antimykotika verordneten, waren die Ergebnisse verblüffend. Innerhalb von zwei Jahren hatte er seinen Führerschein wiedererlangt und arbeitete wieder als Gärtner.

Neurowissenschaftler vermuten schon lange, dass bestimmte Infektionen das Demenzrisiko erhöhen können. Zum Beispiel beides Porphyromonas gingivalisdie Bakterien hinter Zahnfleischerkrankungen und die Herpes Simplex Viruswas Fieberbläschen verursacht, wurden mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Aber Fälle von „reversibler Demenz“ wecken zunehmend großes Interesse an der Idee, dass es in unserem Gehirn von Mikroorganismen wimmelt – und dass ein Ungleichgewicht in diesem „Gehirnmikrobiom“ Menschen für neurodegenerative Erkrankungen prädisponieren könnte.

Bis vor Kurzem galt das Gehirn als frei von Mikroben, nicht zuletzt aufgrund der Blut-Hirn-Schranke, einer speziellen Membran, die Krankheitserreger und Giftstoffe im Blut vom Gehirn fernhält. Daher war die Idee eines Gehirnmikrobioms umstritten. Eine neue Studie scheint den Fall jedoch zu klären. Richard Lathe an der University of Edinburgh, Großbritannien, und seinen Kollegen analysierte Daten aus postmortalen Gehirnen in vier Gehirnbanken in Großbritannien und den USA gespeichert. Sie fanden eine große Vielfalt an Mikroben, mit unterschiedlichen Arten und…



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